Scale · Steuer-Guide

Körperschaftsteuer in Dubai: 0 Prozent, 9 Prozent und SBR.

Wie Schwelle, steuerpflichtiges Einkommen, Small Business Relief, Freezone-Regeln und Fristen tatsächlich zusammenwirken.

Corporate-Tax-Unterlagen in einem warmen Dubai-Büro
Lucas Dollfuss
Lucas DollfussGründer, The Key Advisory
Geprüft: 11. August 202612 Min. Lesezeit

Direkte Antwort

Die UAE-Körperschaftsteuer beträgt für regulär steuerpflichtige Personen 0 Prozent bis einschließlich 375.000 VAE-Dirham (AED) steuerpflichtiges Einkommen und 9 Prozent auf den darüberliegenden Teil. Kleine berechtigte Unternehmen können für geeignete Steuerperioden bis Ende 2029 die Small Business Relief wählen. Freezone-Gesellschaften erhalten 0 Prozent nicht automatisch.
0 %bis AED 375.000
9 %auf den Mehrbetrag
AED 3 Mio.SBR-Umsatzgrenze
9 MonateErklärung und Zahlung

Wer fällt unter die UAE-Körperschaftsteuer?

Die Körperschaftsteuer der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), auf Englisch Corporate Tax, gilt nicht nur für Mainland-Gesellschaften. Auch Gesellschaften in Freihandelszonen (Freezones), ausländische Unternehmen mit einer steuerlichen Anknüpfung in den VAE und bestimmte natürliche Personen mit Geschäftstätigkeit müssen ihren Status prüfen.

Die erste Frage lautet deshalb nicht „Zahle ich 0 oder 9 Prozent?“, sondern: Welche Person ist steuerpflichtig, welche Steuerperiode gilt und welches Einkommen gehört in die VAE-Bemessungsgrundlage? Lizenz, Bankkonto und Umsatz beantworten diese Fragen nicht allein.

Juristische Person

Gesellschaft oder andere Rechtsperson

Eine in den VAE gegründete juristische Person fällt grundsätzlich in das Corporate-Tax-System. Registrierung, Abschluss, Erklärung und Aufbewahrung werden unabhängig von der späteren Zahllast geprüft.

Natürliche Person

Geschäftstätigkeit über AED 1 Mio.

Eine natürliche Person wird für eine in den VAE ausgeübte Geschäftstätigkeit grundsätzlich einbezogen, wenn der daraus erzielte Gesamtumsatz im Kalenderjahr AED 1 Million übersteigt.

Amtliche Grundlage: Federal Tax Authority zur Besteuerung natürlicher Personen, geprüft am 11. August 2026.

Wie werden 0 Prozent und 9 Prozent berechnet?

Für regulär steuerpflichtige Personen gelten 0 Prozent auf steuerpflichtiges Einkommen bis einschließlich 375.000 VAE-Dirham (AED) und 9 Prozent auf den darüberliegenden Teil. Das steuerpflichtige Einkommen ist nicht mit Umsatz, Bankeingängen oder dem handelsrechtlichen Gewinn gleichzusetzen.

SchrittWas geprüft wirdWarum es zählt
JahresabschlussErträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der SteuerperiodeAusgangspunkt der steuerlichen Ermittlung
Steuerliche AnpassungenNicht abzugsfähige oder begrenzte Ausgaben, Befreiungen und WahlrechteÜberleitung zum steuerpflichtigen Einkommen
SchwelleBis AED 375.000 steuerpflichtiges Einkommen 0 ProzentNicht auf den Umsatz anwenden
Mehrbetrag9 Prozent nur auf den Teil über AED 375.000Progressive Berechnung innerhalb der UAE-Sätze

Satz und Schwelle: UAE Ministry of Finance.

Wie sieht die Berechnung in einem einfachen Beispiel aus?

Eine Gesellschaft hat nach Jahresabschluss und allen steuerlichen Anpassungen AED 1.000.000 steuerpflichtiges Einkommen. Die ersten AED 375.000 werden mit 0 Prozent belastet. Auf die verbleibenden AED 625.000 entfallen 9 Prozent, also AED 56.250 Körperschaftsteuer.

AED 1 Mio.steuerpflichtiges Einkommen
AED 375.000mit 0 Prozent
AED 625.000mit 9 Prozent
AED 56.250vereinfachte Steuer
Beispiel, keine persönliche Berechnung: Ob der Ausgangswert von AED 1 Million richtig ist, hängt von Abschluss, Anpassungen, Befreiungen, Verlusten, verbundenen Personen und Wahlrechten ab.

Wie funktioniert die Small Business Relief bis 2029?

Die Small Business Relief (SBR), auf Deutsch Entlastung für kleine Unternehmen, kann von berechtigten in den VAE ansässigen steuerpflichtigen Personen gewählt werden. Durch Ministerialbeschluss Nr. 131/2026 wurde sie für Steuerperioden verlängert, die am oder vor dem 31. Dezember 2029 enden.

Der Umsatz darf in der betreffenden und in allen maßgeblichen vorherigen Steuerperioden AED 3 Millionen nicht überschritten haben. Die Wahl erfolgt für jede Steuerperiode separat. Eine qualifizierte Freezone-Person und bestimmte Mitglieder multinationaler Gruppen sind ausgeschlossen.

Wirkung

Kein steuerpflichtiges Einkommen

Bei wirksamer Wahl wird die Person für diese Steuerperiode so behandelt, als habe sie kein steuerpflichtiges Einkommen erzielt. Registrierung, Erklärung, Umsatzermittlung und Aufbewahrung bleiben dennoch wichtig.

Abwägung

Verluste nicht automatisch mitnehmen

Steuerliche Verluste und nicht genutzter Nettozinsaufwand einer SBR-Periode können nicht wie im Standardregime vorgetragen werden. Eine wachsende Gesellschaft sollte die Wahl deshalb nicht nur am aktuellen Gewinn messen.

Aktuelle Verlängerung: UAE Ministry of Finance, 7. August 2026.

Was ändert eine Freezone an der Körperschaftsteuer?

Eine Freezone-Lizenz ist kein allgemeiner Steuerfreistellungsbescheid. Der besondere Satz von 0 Prozent setzt eine qualifizierte Freezone-Person, auf Englisch Qualifying Free Zone Person (QFZP), voraus und gilt nur für qualifiziertes Einkommen.

  1. Tätigkeit und Transaktionspartner: Das Einkommen muss nach den geltenden Regeln qualifizieren.
  2. Ausreichende Substanz: Kernaktivitäten, Vermögenswerte, Mitarbeiter und Ausgaben müssen angemessen sein.
  3. De-minimis-Grenze: Nicht qualifizierender Umsatz darf die gesetzliche Toleranz nicht überschreiten.
  4. Verrechnungspreise: Geschäfte mit verbundenen Personen müssen dem Fremdvergleich entsprechen.
  5. Testierter Abschluss: Eine QFZP benötigt geprüfte Jahresabschlüsse.

Der QFZP-Guide mit fünf Prüfungen behandelt diese Voraussetzungen im Detail. Diese Seite bleibt bei der allgemeinen Corporate-Tax-Mechanik, damit beide URLs nicht um dieselbe Suchintention konkurrieren.

Standardregime, SBR oder QFZP: Was wird miteinander verglichen?

Die drei Wege verwenden unterschiedliche Bemessungsgrundlagen und Voraussetzungen. Ein Unternehmen sollte deshalb nicht nur den sichtbaren Steuersatz vergleichen, sondern auch Qualifikation, Dokumentationsaufwand, Verlustnutzung und die erwartete Entwicklung des Geschäfts.

WegKernwirkungEntscheidende PrüfungLaufende Folge
Standardregime0 Prozent bis AED 375.000 steuerpflichtiges Einkommen; 9 Prozent auf den MehrbetragAbschluss, steuerliche Anpassungen, Befreiungen, Verluste und WahlrechteRegistrierung, Aufzeichnungen, Erklärung und gegebenenfalls Zahlung
Small Business ReliefBehandlung ohne steuerpflichtiges Einkommen für die gewählte PeriodeAnsässigkeit, AED-3-Millionen-Umsatzgrenze in allen maßgeblichen Perioden und AusschlüsseWahl pro Periode; vereinfachte Ermittlung, aber weiterhin Erklärung und Nachweise
QFZP0 Prozent auf qualifiziertes Einkommen; anderes steuerpflichtiges Einkommen grundsätzlich 9 ProzentTätigkeit, Substanz, De-minimis-Grenze, Fremdvergleich und testierter AbschlussFortlaufende Qualifikation; kein Zugang zur Small Business Relief
Keine Auswahl nach Etikett: Eine Freezone-Gesellschaft kann unter dem Standardregime liegen, eine berechtigte ansässige Person kann SBR wählen, und eine QFZP muss ihren Status jedes Jahr praktisch belegen. Lizenzname und Gründungsort entscheiden das Ergebnis nicht allein.

Wie entsteht das steuerpflichtige Einkommen?

Ausgangspunkt ist regelmäßig der handelsrechtliche Gewinn oder Verlust nach den in den VAE akzeptierten Rechnungslegungsstandards. Danach folgen steuerliche Anpassungen. Dazu können nicht abzugsfähige Ausgaben, begrenzt abzugsfähige Zinsen, steuerfreie Beteiligungserträge, Verlustnutzung und besondere Wahlrechte gehören.

  • Betriebsausgaben: Vertrag, Rechnung, Leistungsbezug und geschäftlicher Zweck müssen zusammenpassen.
  • Verbundene Personen: Darlehen, Managementgebühren, Vermögensübertragungen und andere Geschäfte müssen fremdüblich sein.
  • Beteiligungen: Eine mögliche Beteiligungsbefreiung hat eigene Voraussetzungen; der Name „Holding“ reicht nicht.
  • Verluste: Vortrag und Nutzung hängen von gesetzlichen Bedingungen und möglichen Veränderungen des Unternehmens ab.

Eine saubere laufende Buchhaltung und Corporate-Tax-Compliance verhindert, dass diese Fragen erst kurz vor Abgabe der Erklärung sichtbar werden.

Welche Nachweise machen die Steuerposition belastbar?

Die Steuererklärung ist nur die Zusammenfassung. Dahinter müssen Bankbewegungen, Rechnungen, Verträge, Beschlüsse und Buchhaltung einen nachvollziehbaren Prüfpfad bilden. Bei verbundenen Personen kommen die wirtschaftliche Begründung und der Fremdvergleich hinzu; bei Freezone-Unternehmen müssen Tätigkeit, Kundenart und Leistungsort zur gewählten Einordnung passen.

  • Umsatz: Vertrag, Rechnung, Leistungsnachweis, Kunde und Zahlung lassen sich verbinden.
  • Ausgaben: Geschäftlicher Zweck, Empfänger, Freigabe und Beleg sind dokumentiert.
  • Gesellschafter: Gehalt, Darlehen, Erstattung und Ausschüttung werden getrennt beschlossen und verbucht.
  • Wahlrechte: Grundlage, Zeitpunkt und Folge der Wahl sind in der Steuerakte festgehalten.

Wer diese Unterlagen monatlich pflegt, reduziert Rückfragen am Jahresende und kann früher erkennen, ob eine Umsatzgrenze, Registrierung oder Statusvoraussetzung erreicht wird.

Welche Fristen und Unterlagen gehören in den Prozess?

Steuererklärung und Zahlung sind grundsätzlich innerhalb von neun Monaten nach Ende der Steuerperiode fällig. Die Arbeit beginnt deutlich früher: Bankkonten werden abgestimmt, offene Vorgänge geklärt, Jahresabschluss und Anpassungen vorbereitet und erforderliche Wahlen dokumentiert.

ZeitpunktAufgabeErgebnis
LaufendBelege, Banken, Verträge und verbundene Personen erfassenVollständiger Prüfpfad
Vor PeriodenendeWahlrechte, Rückstellungen, SBR- oder QFZP-Status prüfenEntscheidungen vor Abschluss
Nach PeriodenendeAbschluss und steuerliche Überleitung erstellenSteuerpflichtiges Einkommen
Innerhalb von neun MonatenErklärung und Zahlung abschließenFristgerechte UAE-Compliance

Wie wird die UAE-Steuer von der DACH-Ebene getrennt?

Eine ordnungsgemäße UAE-Corporate-Tax-Erklärung entscheidet nicht automatisch, wie Deutschland, Österreich oder die Schweiz eine Gesellschaft, Ausschüttung oder Beteiligung behandeln. Wohnsitz, Ort der Geschäftsleitung, Hinzurechnungsbesteuerung, Wegzugsbesteuerung und der jeweilige Status eines Doppelbesteuerungsabkommens bleiben eigene Prüfungen.

Wir strukturieren und koordinieren die VAE-Seite. Die steuerlichen Auswirkungen in Ihrem Ansässigkeitsstaat sollten mit einem dort zugelassenen Steuerberater besprochen werden. In vielen Mandaten führen wir auf Wunsch ein gemeinsames Gespräch mit Ihnen und Ihrem Steuerberater, damit UAE-Erklärung und lokale Einordnung zusammenpassen.

Zur Vertiefung dienen der Guide zur Hinzurechnungsbesteuerung, die Seite zur Wegzugsbesteuerung und der Überblick zum DBA-Status Deutschland-VAE.

Welche Fehler führen zu unnötigem Risiko?

  • Die AED-375.000-Grenze wird auf Umsatz statt auf steuerpflichtiges Einkommen angewendet.
  • Eine Freezone-Lizenz wird ohne QFZP-Prüfung mit 0 Prozent gleichgesetzt.
  • Small Business Relief wird gewählt, ohne frühere Umsätze und Verlustfolgen zu prüfen.
  • Gesellschafterzahlungen werden ohne Vertrag, Beschluss oder klare Verbuchung durchgeführt.
  • Erst kurz vor der Erklärung wird festgestellt, dass Bank, Rechnungen und Buchhaltung nicht abgestimmt sind.
  • Die UAE-Erklärung wird erstellt, ohne die Auswirkungen im tatsächlichen Ansässigkeitsstaat zu koordinieren.

Die stärkste Position ist selten die aggressivste. Sie ist diejenige, deren Zahlen, Verträge, Entscheidungen und tatsächlicher Geschäftsbetrieb dieselbe Geschichte erzählen.

Offizielle Quellen

Zuletzt geprüft: 22. August 2026. Allgemeine Information; die konkrete Anwendung hängt von Person, Zweck und zuständiger Stelle ab.

Häufige Fragen zur Körperschaftsteuer in Dubai

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer in Dubai?

Für regulär steuerpflichtige Personen gelten 0 Prozent auf steuerpflichtiges Einkommen bis einschließlich AED 375.000 und 9 Prozent auf den darüberliegenden Teil. Die Grenze betrifft steuerpflichtiges Einkommen, nicht Umsatz oder Kontoeingänge.

Muss sich jede Dubai-Firma für Corporate Tax registrieren?

UAE-Gesellschaften müssen ihre Registrierungspflicht und Frist prüfen, auch wenn keine Steuerzahlung erwartet wird. Freezone-Status, Verlust, geringer Gewinn oder Small Business Relief beseitigen nicht automatisch Registrierung, Erklärung und Aufzeichnungen.

Was ist Small Business Relief?

Die Small Business Relief ist eine wählbare Entlastung für bestimmte in den VAE ansässige steuerpflichtige Personen mit höchstens AED 3 Millionen Umsatz in der aktuellen und den maßgeblichen früheren Steuerperioden. Sie wurde für Steuerperioden verlängert, die am oder vor dem 31. Dezember 2029 enden.

Zahlt eine Freezone-Gesellschaft automatisch 0 Prozent?

Nein. Eine qualifizierte Freezone-Person erhält 0 Prozent nur auf qualifiziertes Einkommen und nur solange alle Voraussetzungen eingehalten werden. Dazu zählen insbesondere qualifizierte Tätigkeit, ausreichende Substanz, De-minimis-Grenze, Fremdvergleich und testierter Jahresabschluss.

Wann fällt ein Selbständiger unter die UAE-Körperschaftsteuer?

Eine natürliche Person fällt für eine in den VAE ausgeübte Geschäftstätigkeit grundsätzlich in den Corporate-Tax-Anwendungsbereich, wenn der Gesamtumsatz daraus im Kalenderjahr AED 1 Million übersteigt. Lohn und bestimmte persönliche Anlage- oder Immobilienerträge werden gesondert abgegrenzt.

Wann ist die Corporate-Tax-Erklärung fällig?

Steuererklärung und Zahlung sind grundsätzlich innerhalb von neun Monaten nach Ende der betreffenden Steuerperiode fällig. Die konkrete Frist hängt deshalb vom Geschäftsjahr ab und wird zusammen mit Registrierung, Abschluss und erforderlichen Wahlen geplant.

Ist Small Business Relief immer besser als das Standardregime?

Nein. Wer die Entlastung wählt, wird für die Periode so behandelt, als habe er kein steuerpflichtiges Einkommen. Bestimmte Verluste und Nettozinsaufwendungen aus dieser Periode können jedoch nicht wie im Standardregime vorgetragen werden. Wachstum und Investitionen gehören in die Abwägung.

Wie unterstützt The Key Advisory bei Corporate Tax?

Wir koordinieren Registrierung, Buchhaltungsdaten, steuerliche Anpassungen, Wahlrechte, Erklärung und laufende VAE-Compliance. Auswirkungen in Ihrem Ansässigkeitsstaat sollten mit einem dort zugelassenen Steuerberater abgestimmt werden; auf Wunsch führen wir das Gespräch gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Steuerberater.

Vor der Erklärung

Zahlen, Wahlrechte und Fristen zusammenführen.

Wir koordinieren die Corporate-Tax-Umsetzung auf Basis Ihrer tatsächlichen Buchhaltung.

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